Arbeitshilfe für kleine Unternehmen

IT-Bestandsaufnahme für kleine Unternehmen

Wenn IT-Unterlagen, Verträge und Zuständigkeiten auf mehrere Köpfe verteilt sind, fehlt schnell der Überblick. Mit dieser Vorlage halten Sie fest, was Ihr Betrieb benötigt, was Sie darüber wissen und was als Nächstes geklärt werden muss.

Überblick

Welche Systeme Ihre wichtigsten Arbeitsabläufe tragen.

Offene Punkte

Welche Informationen fehlen und wer sie liefern kann.

Nächste Aufgaben

Was geklärt wird, von wem und bis wann.

Geeignet vor einem Dienstleisterwechsel, einer Anschaffung oder wenn Sie Ihre IT erstmals geordnet dokumentieren möchten. Sie können das Ergebnis selbst weiterführen oder mit Ihrer bestehenden IT-Betreuung besprechen.

Anleitung und Vorlage

So nutzen Sie das Arbeitsblatt

Für Geschäftsführung, Office-Management und IT-Verantwortliche kleiner Unternehmen. Halten Sie fest, welche IT Ihre wichtigsten Abläufe benötigt, welche Angaben belegt sind und wer offene Punkte bis wann klärt. Das Ergebnis ist eine Arbeitsgrundlage für die eigene Organisation, eine Übergabe oder ein Gespräch mit einem IT-Dienstleister.

Am Computer ausfüllen

Textdatei herunterladen, eine eigene Kopie speichern und in einem Textprogramm bearbeiten. Sie enthält alle Fragen, Platz für Antworten, die Aufgabenliste und ein vollständiges Muster.

Arbeitsvorlage herunterladen (.txt)

Auf Papier bearbeiten

Die Druckfassung enthält Anleitung, Muster und freie Schreibflächen. Im Druckdialog Ihres Browsers können Sie auch „Als PDF speichern“ wählen.

Diese Seite ist die Lese- und Ausfüllhilfe. Direkt im Browser gibt es keine Eingabefelder. Ihre Antworten tragen Sie in die heruntergeladene Datei oder auf dem Ausdruck ein. Frei nutzbar, ohne Anmeldung.

In drei Schritten zur ersten Übersicht

  1. Bereich festlegen: Beginnen Sie mit einem wichtigen Ablauf, etwa Angebote erstellen und versenden. Tragen Sie Unternehmen, Bereich, Datum und beteiligte Personen ein. Für weitere Bereiche eine Kopie anlegen.
  2. Informationen sammeln: Gehen Sie die sechs Themen gemeinsam mit den zuständigen Personen durch. Nutzen Sie die genannten Unterlagen. Stichpunkte reichen; fehlende Angaben als „offen“ markieren. Keine Systeme verändern oder Wiederherstellungen im laufenden Betrieb ausprobieren.
  3. Aufgaben vereinbaren: Übertragen Sie die wichtigsten offenen Punkte in die Abschlussliste. Jede Aufgabe braucht eine zuständige Person, einen Termin und ein erkennbares Ergebnis. Vereinbaren Sie einen Termin, an dem Sie die Antworten gemeinsam durchgehen.

Keine technische Sicherheitsprüfung: Die Vorlage dokumentiert Auskünfte und Unterlagen. Sie bestätigt weder die Sicherheit Ihrer Systeme noch eine erfolgreiche Wiederherstellung. Keine Passwörter, Zugangsschlüssel oder Kundendaten eintragen; bei Unterlagen genügt der interne Ablageort. Die ausgefüllte Datei enthält betriebliche Informationen und gehört in eine zugriffsgeschützte Ablage.

Einmal vollständig vorgemacht

So wird aus einer offenen Frage eine Aufgabe

Fiktives Muster, kein Kundenprojekt: Ein Planungsbüro mit zwölf Arbeitsplätzen bereitet die Übergabe seiner IT-Betreuung vor. Betrachtet wird der Ablauf „Angebote erstellen und versenden“. Frau Weber führt das Büro, Herr König ist der bisherige IT-Ansprechpartner. Alle Angaben und Termine im Beispiel sind erfunden.

Für das Thema Datensicherung sieht ein ausgefüllter Eintrag so aus. Dieselben fünf Felder verwenden Sie anschließend für jedes Thema.

Stand und BelegWas ist bekannt? System, Unterlage und Stand der Information nennen. Eine mündliche Auskunft als solche kennzeichnen.
Tägliche Sicherungsberichte für den Dateiserver vorhanden; letzter Bericht vom 14.09.2026. Kein Wiederherstellungsprotokoll in den übergebenen Unterlagen.
ZuständigWer kann die Angabe bestätigen oder die Aufgabe übernehmen? Name oder Rolle genügt. Ungeklärte Zuständigkeit ausdrücklich notieren.
Herr König, bisheriger IT-Ansprechpartner.
Offene FrageWas fehlt für eine Entscheidung? „Unbekannt“ ist eine verwertbare Antwort, kein Nachweis für einen Fehler.
Wurde eine Angebotsdatei bereits erfolgreich wiederhergestellt? Ein fehlendes Protokoll lässt die Frage offen.
Nächster Schritt und TerminEine konkrete Tätigkeit mit zuständiger Person und Datum festlegen. „IT prüfen“ ist zu ungenau.
Herr König sucht bis 18.09.2026 das letzte Testprotokoll. Falls keines vorliegt, stimmt er mit Frau Weber einen getrennten Testumfang und Termin ab.
Erledigt, wenn …Woran erkennen Sie den Abschluss? Zum Beispiel: Vertragsinhaber bestätigt und Kündigungstermin dokumentiert.
Ein vorhandenes Protokoll ist geprüft oder ein Test mit benötigten Daten, Zuständigkeit und Erfolgskriterien ist vereinbart. Der Test selbst bleibt eine eigene Aufgabe.

Die konkrete Aufgabe lautet hier zuerst: das Testprotokoll beschaffen oder einen Test vereinbaren. Ob die Wiederherstellung funktioniert, muss anschließend geprüft werden. Eine fehlende Unterlage allein beantwortet diese Frage nicht.

Teil A · Informationen zusammentragen

Sechs Themen für Ihre Bestandsaufnahme

Beantworten Sie die Fragen für den gewählten Arbeitsablauf. Unter jedem Thema finden Sie passende Unterlagen und einen ausgefüllten Eintrag aus dem Musterbetrieb. Für mehrere Systeme oder weitere offene Punkte können Sie zusätzliche Einträge anlegen.

1. Geschäftskritische Abläufe

Damit Sie zuerst die IT betrachten, von der die tägliche Arbeit tatsächlich abhängt.

  • Welche Arbeit muss täglich möglich sein, und welche Anwendungen oder Daten braucht sie?
  • Was passiert bei einem Ausfall? Wie lange wäre eine Unterbrechung für diesen Ablauf tragbar?

Hier finden Sie Antworten: Mit der Fachabteilung einen typischen Vorgang durchgehen. Anwendungen, Datenablage, Internetverbindung und Abhängigkeiten notieren. Tragbare Ausfallzeiten muss die Geschäftsführung festlegen.

Ausgefüllten Eintrag ansehen: Geschäftskritische Abläufe
Stand und Beleg
Angebote entstehen in der Fachsoftware; Vorlagen liegen auf dem Dateiserver, Versand per Microsoft 365. Ablauf mit dem Büroteam am 14.09.2026 durchgesprochen.
Zuständig
Frau Weber, Geschäftsführung.
Offene Frage
Wie lange kann das Büro ohne Dateiablage arbeiten? Eine Grenze ist noch nicht vereinbart.
Nächster Schritt und Termin
Frau Weber klärt bis 18.09.2026 mit dem Büroteam, welche Arbeiten bei einem Ausfall weitergehen und welche Fristen betroffen wären.
Erledigt, wenn …
Benötigte Systeme und eine von der Geschäftsführung bestätigte, maximal tragbare Unterbrechung sind dokumentiert.

2. Systeme und Verträge

Damit Dienste, Ansprechpartner und Vertragsfristen bei einer Übergabe nicht verloren gehen.

  • Welche Geräte und Dienste gehören zum Ablauf? Auch E-Mail, Domain, Internetanschluss und Fachsoftware berücksichtigen.
  • Auf wen laufen die Verträge? Wer hat Verwaltungsrechte und kennt Verlängerungs- oder Kündigungstermine?

Hier finden Sie Antworten: Rechnungen, Lizenzübersicht und Verträge mit Buchhaltung und Administration abgleichen. Je System Name, Zweck, Anbieter, Vertragsinhaber und zuständige Rolle erfassen. Für mehrere Systeme eigene Zeilen oder eine separate Liste ergänzen.

Ausgefüllten Eintrag ansehen: Systeme und Verträge
Stand und Beleg
Zwölf PCs, Dateiserver, Microsoft 365 und Fachsoftware erfasst. Rechnungen liegen in der Buchhaltung unter „IT-Verträge / 2026“.
Zuständig
Frau Weber für Verträge; Herr König für die Systemübersicht.
Offene Frage
Vertragsinhaber und Verlängerung der Firmendomain fehlen in der Übersicht.
Nächster Schritt und Termin
Frau Weber lässt bis 18.09.2026 die Domainrechnung zuordnen und den Vertragsinhaber bestätigen.
Erledigt, wenn …
Anbieter, Vertragsinhaber, administrativer Ansprechpartner und nächste Vertragsfrist stehen in der Systemliste.

3. Konten und Berechtigungen

Damit nachvollziehbar ist, wer Zugänge genehmigt, verwaltet und bei einem Austritt sperrt.

  • Wer genehmigt neue Konten und Rechte? Wer setzt die Änderung technisch um?
  • Welche administrativen Rollen und Vertretungen gibt es? Wie werden nicht mehr benötigte Zugänge erkannt und entfernt?

Hier finden Sie Antworten: Mit Personalverantwortlichen und Administration den letzten Eintritt oder Austritt durchgehen. Rollenübersicht und vorhandene Checkliste heranziehen. Nur Zuständigkeiten und Ablageorte notieren, keine Anmeldedaten.

Ausgefüllten Eintrag ansehen: Konten und Berechtigungen
Stand und Beleg
Frau Weber genehmigt Konten per E-Mail; Herr König richtet sie ein. Eine Austrittscheckliste wurde in den Unterlagen nicht gefunden.
Zuständig
Frau Weber und Herr König.
Offene Frage
Wer meldet einen Austritt, welche Dienste sind betroffen und wer bestätigt die Sperrung?
Nächster Schritt und Termin
Frau Weber und Herr König erstellen bis 21.09.2026 eine Checkliste für Austritte einschließlich Fachsoftware und externer Dienste.
Erledigt, wenn …
Meldeweg, betroffene Dienste und verantwortliche Rollen sind abgestimmt; die Erledigung lässt sich je Dienst dokumentieren.

4. Datensicherung

Damit klar wird, welche Daten geschützt werden sollen und welche Aussagen zur Wiederherstellung tatsächlich belegt sind.

  • Welche Daten und Anwendungen umfasst die Sicherung, wie oft läuft sie und wer bearbeitet Fehlermeldungen?
  • Wann wurden benötigte Daten zuletzt nachweislich wiederhergestellt? Was wurde getestet und wie lange dauerte es?

Hier finden Sie Antworten: Sicherungskonfiguration, aktuelle Berichte und Wiederherstellungsprotokolle mit der Administration ansehen. Eine erfolgreiche Sicherungsmeldung allein belegt noch keine erfolgreiche Wiederherstellung.

Ausgefüllten Eintrag ansehen: Datensicherung
Stand und Beleg
Tägliche Sicherungsberichte für den Dateiserver vorhanden; letzter Bericht vom 14.09.2026. Kein Wiederherstellungsprotokoll in den übergebenen Unterlagen.
Zuständig
Herr König, bisheriger IT-Ansprechpartner.
Offene Frage
Wurde eine Angebotsdatei bereits erfolgreich wiederhergestellt? Ein fehlendes Protokoll lässt die Frage offen.
Nächster Schritt und Termin
Herr König sucht bis 18.09.2026 das letzte Testprotokoll. Falls keines vorliegt, stimmt er mit Frau Weber einen getrennten Testumfang und Termin ab.
Erledigt, wenn …
Ein vorhandenes Protokoll ist geprüft oder ein Test mit benötigten Daten, Zuständigkeit und Erfolgskriterien ist vereinbart. Der Test selbst bleibt eine eigene Aufgabe.

5. Wartung

Damit regelmäßige Aufgaben und unbehandelte Fehler sichtbar werden.

  • Wer aktualisiert Geräte und Anwendungen, und wann ist dafür Zeit vorgesehen?
  • Wer kontrolliert fehlgeschlagene Updates, dokumentiert Ausnahmen und verfolgt die Behebung?

Hier finden Sie Antworten: Wartungsvereinbarung, letzte Statusübersicht und offene Tickets heranziehen. Betriebssysteme und wichtige Anwendungen berücksichtigen; „automatische Updates aktiv“ beschreibt noch nicht die Fehlerbearbeitung.

Ausgefüllten Eintrag ansehen: Wartung
Stand und Beleg
PC-Updates werden zentral verteilt. Im Statusbericht vom 11.09.2026 sind zwei Geräte als fehlgeschlagen aufgeführt.
Zuständig
Herr König.
Offene Frage
Sind die zwei Geräte bereits nachbearbeitet worden? Im übergebenen Bericht fehlt eine Rückmeldung.
Nächster Schritt und Termin
Herr König prüft bis 16.09.2026 den aktuellen Gerätestatus und dokumentiert für verbleibende Fehler Ursache und geplante Behebung.
Erledigt, wenn …
Für beide Geräte liegt ein aktueller Status vor; verbleibende Fehler haben eine zugeordnete Aufgabe und einen Termin.

6. Störung und Vertretung

Damit eine Störung auch bei Abwesenheit des üblichen Ansprechpartners bearbeitet werden kann.

  • Wen rufen Mitarbeitende bei einer Störung an? Wer entscheidet über das weitere Vorgehen?
  • Wer vertritt den IT-Ansprechpartner? Sind Kontakte und Unterlagen auch bei Ausfall der Dateiablage oder E-Mail erreichbar?

Hier finden Sie Antworten: Kontaktliste, Supportverträge und Vertretungsregelung mit Geschäftsführung und Dienstleister abgleichen. Einen Ausfall gedanklich durchgehen: Wer erreicht wen, womit und mit welchen Informationen?

Ausgefüllten Eintrag ansehen: Störung und Vertretung
Stand und Beleg
Das Büroteam meldet Störungen an Herrn König. Seine Kontaktdaten stehen ausschließlich auf dem Dateiserver.
Zuständig
Frau Weber.
Offene Frage
Wer übernimmt bei seiner Abwesenheit, und wie erreicht das Team diese Person ohne Zugriff auf den Server?
Nächster Schritt und Termin
Frau Weber vereinbart bis 21.09.2026 eine Vertretung und hinterlegt eine aktuelle Kontaktliste an einem auch ohne Dateiserver erreichbaren Ort.
Erledigt, wenn …
Vertretung hat die Aufgabe bestätigt; das Team kennt Meldeweg und Ablageort der Kontaktliste.

Teil B · Aus Antworten werden Aufgaben

Was nehmen Sie zuerst in Angriff?

Wählen Sie zunächst bis zu drei Aufgaben. Ordnen Sie diese nach den Folgen für Ihren Betrieb und nach anstehenden Entscheidungen. Die übrigen Punkte bleiben in Ihrer Bestandsaufnahme dokumentiert.

Zuerst klären
Ein laufender Arbeitsablauf ist beeinträchtigt oder ein dokumentierter Fehler bleibt ohne Bearbeitung. Zuständige Person unmittelbar einbinden. Bei einer akuten Störung hat deren Bearbeitung Vorrang vor diesem Arbeitsblatt.
Vor der Entscheidung klären
Eine fehlende Angabe kann Übergabe, Anschaffung oder Wiederanlauf wesentlich beeinflussen. Den Punkt vor diesem Anlass klären, zum Beispiel Vertragsinhaber oder Umfang der Datensicherung.
Geplant ergänzen
Eine Information fehlt, es ist aber keine unmittelbare Auswirkung auf den betrachteten Ablauf bekannt. Auch dafür Person und Termin festlegen; bei neuen Erkenntnissen neu einordnen.

Beispiel für die Abschlussliste

Aufgabe: Status der beiden Geräte mit fehlgeschlagenen Updates klären.

Reihenfolge: Zuerst klären, weil dokumentierte Fehler ohne bestätigte Nachbearbeitung vorliegen.

Zuständig und Termin: Herr König, 16.09.2026.

Erledigt, wenn: Ein aktueller Status für beide Geräte vorliegt und verbleibende Fehler eine Aufgabe mit Termin haben.

Zum Abschluss gemeinsam prüfen

  • Sind alle sechs Themen beantwortet oder ausdrücklich als offen markiert?
  • Hat jede ausgewählte Aufgabe eine zuständige Person, einen Termin und ein überprüfbares Ergebnis?
  • Ist ein Folgetermin vereinbart, und steht fest, wer die Übersicht aktuell hält?

Damit haben Sie eine erste Übersicht mit nachprüfbaren Angaben und vereinbarten Aufgaben. Ergänzen Sie neue Erkenntnisse mit Datum. Ob technische Änderungen nötig sind, entscheiden Sie auf Grundlage der geklärten Punkte.

Vorlage mit Aufgabenliste herunterladen (.txt)

Was folgt aus Ihrer Bestandsaufnahme?

  • IT-Betreuung, wenn wiederkehrende Aufgaben und Zuständigkeiten geordnet werden sollen.
  • IT-Beratung, wenn eine Anschaffung, ein Anbieterwechsel oder eine Migration ansteht.
  • IT-Sicherheitsberatung, wenn Sie Schutzmaßnahmen bewerten und priorisieren möchten.
  • IT-Sicherheitsaudit, wenn ein vereinbarter Bereich systematisch geprüft und mit Befunden dokumentiert werden soll.

Für eine erste Anfrage müssen Sie das Arbeitsblatt nicht vollständig ausfüllen. Der Anlass und die wichtigsten offenen Fragen genügen.

Bestandsaufnahme besprechen

Wenn Sie zunächst Ihre eigene Einschätzung zu Sicherheitsfragen strukturieren möchten, ergänzt SecScore die Vorlage. Der Fragebogen untersucht Ihre Systeme nicht technisch.

Fachliche Orientierung

Das BSI empfiehlt unter anderem, wichtige Daten zu inventarisieren und Schutzmaßnahmen regelmäßig zu betrachten. Die folgende Orientierung vertieft diese Themen; die Vorlage ist eine eigene Arbeitshilfe von MAGRA SEC.